Dienstag, 17. Oktober 2017

*[Produkttest] Ein maßgeschneidertes Geschirr für Rico

*Gesponsert

Voll im Schnüffel-Modus
Foto: Fabienne Glönkler

Was für ein Erlebnis: Bei unserem 2. Besuch in der Schweiz hatten wir die Gelegenheit eines Werksbesuchs bei einem der renommiertesten Hersteller von Zuggeschirren: *Zampa (made by *Tier und Sport) Wir bekamen eine private Führung von den Chefs Brigitte und Guido Weilenmann. Guido ist selber seit 1981 im Zughundesport aktiv (seine Tochter und sein Sohn übrigens auch – liegt der Familie offenbar im Blut). Seine in Jahren erworbene Erfahrung und sein Wissen über die Anatomie von Hunden fließen in seine Geschirre mit ein. „Wichtig ist, dass das Geschirr dem Hund nicht unangenehm ist, es nirgends drückt oder zwickt – die Schultern müssen frei sein, nichts darf auf die Weichteile drücken oder die Atmung behindern. Und dennoch sollte es fest genug sitzen, damit es nicht scheuert und seine Kraft optimal übertragen wird“, erklärt er, während er persönlich das maßgeschneiderte Mantrailing-Geschirr für Rico an meinem kleinen Doggen-Wookiee anpasste.

Der optimale Zugpunkt

Genau auf dem Brustbein, damit der Hals frei bleibt

Nicht nur an der Nähmaschine ist Brigitte die Chefin 😏
Ihr habt richtig gehört: Rico hat jetzt ein maßgeschneidertes Geschirr. Aber nicht irgendeines: ein Mantrail-Geschirr. Denn Guido Weilenmann und Kerstin Hennings (die Leiterin des *SHZ Suchhundezentrums) haben ihre Köpfe zusammengesteckt und ihr Wissen zusammengetragen, Guido aus dem Zughundesport und Kerstin aus dem Mantrailing. Heraus kam dabei ein optimales Mantrail-Geschirr (das Geschirr erhaltet ihr *hier). „Beim Mantrailing wie auch beim Zughundesport sind die Hunde unter Zug. Die unterschiedliche Intensität der beiden Aktivitäten fordert aber auch unterschiedliche Fixpunkte der Geschirre,“ erklärt mir Guido, „denn ein Verrutschen des Geschirres, verfälscht auch die Signale, die wir über die Leine erhalten-daher sind unterschiedliche Fixpunkte auch sinnvoll“ ergänzt Kerstin. 

Oben, Vorne und Unten passt's - vom Profi für gut befunden

Gemeinsames Anpassen schafft Freundschaft
Beim Anpassen des zuvor schon extra für Rico gefertigten Geschirres (ausgemessen wurde er schon vor unserem Besuch) lässt Guido viel Ruhe walten. Erst muss er den Hund kennen lernen und er ihn, weshalb er ihn erstmal ausgiebig schnüffeln lässt und den Hund streichelt. Das Döggelchen genoß es auf jeden Fall! „Eigentlich müsste man jedes Geschirr maßschneidern“, meint Guido, „denn selbst Hunde der gleichen Rasse gleichen sich nicht immer so sehr“.

Das ist auch der Grund, warum Guido am liebsten die Geschirre „nicht ohne Beratung“ verkaufen möchte: „Das mag konservativ wirken, aber es ist im Sinne des Hundes als individuelles Wesen – denn kein Hund gleicht dem anderen.“


Sichtlich glücklich wegen all der Aufmerksamkeit, die man ihm schenkte, stand Rico da in seinem neuen Geschirr. Wundert euch nicht über den leichten Bogen, den der Verbindungssteg oben im Ruhezustand macht – das ist Absicht. Denn wenn der Hund zieht, zieht sich auch dieser gerade. „Diesen kleinen Spielraum braucht der Hund, wenn er sich ins Geschirr legt, damit das Brustteil am Ende des Brustbeines bleibt und ihm nicht den Hals zuschnürt“, erklärt Kerstin.

Beindruckt war ich vor allem, wie durchdacht das Geschirr ist: Die Halsöffnung ist weit genug, dass es nicht die Atmung behindert, wenn der Hund zieht, aber eng genug um optimal die Energie des Hundes zu übertragen. Der Ring für die Leine hat durch den Umlauf extra viel Spielraum, damit das Geschirr nicht verrutscht, wenn er mal heftig zu Seite zieht oder die Richtung aprubt ändert; außerdem werden so die Signale nicht verfälscht. Selbst daran, dass der Ring abgepostert ist, so also nicht direkt auf den Hunderücken scheuert, haben die beiden gedacht.

Zum Einsatz bereit
Foto: Fabienn Glönkler
Dank Reflektoren auch im Dunkeln gut sichtbar
Selbstverständlich haben wir das Geschirr dann auch gleich in der Praxis getestet: Im Training beim SHZ Suchhundezentrum hatte ich die Gelegenheit es auszuprobieren. Und in der Tat, ich spürte viel mehr Feinheiten über die Leine und Rico lief irgendwie „befreiter“ als mit unserem Standard-Geschirr (welches ja nicht speziell für das Mantrailing ausgerichtet ist). Dadurch konnte ich aber nicht nur die Signale von Rico besser und vor allem deutlicher spüren, sondern auch viel schneller darauf adäquat reagieren. Überhaupt sah ich das Döggelchen in keinem Geschirr bisher so locker und frei laufen – fast so als wäre es gar nicht da. „Weil der gesamte Bewegungsapparat nicht eingeengt wird“, sagt Kerstin. So machte das Mantrailen, was uns eh schon viel Spaß bereitete, gleich doppelte Freude.

Durch volle Bewegungsfreiheit kann ich mich voll auf's Schnüffeln konzentrieren
Foto: Fabienne Glönkler

🐶 Na dann, nichts wie ab wieder ganz schnell in die Schweiz zum Mantrailen! *freuwedelhüpf*

Auch in Aktion eine gute Figur

Das Mantrailing-Geschirr erhaltet ihr im *Shop des SHZ Suchhundezentrums


*Gesponsert

Mittwoch, 11. Oktober 2017

Kastration aus Bequemlichkeit ist unfair gegenüber uns Hunden

🐶 Ihr 2-Beiner seid ja schon manchmal komisch... *frechwedel* Vor allem wenn ihr eure Ideologien ins Spiel bringt. *brummschnauff* So auch beim Thema Kastration, über das mein menschliches Cerabral-Interface Maximilian in unserer aktuellen Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin schreibt. Wohl kaum ein anderes Thema spaltet Halter so stark. Je nachdem führen Halter da ja verschiedene Argumente ins Feld: Prophylaxe, Tierschutz und ähnliche Selbst-Legitimationen hört hund (Menschensprache: man) da. Die allermeisten lassen sich jedoch entkräften, wie beispielsweise die oft genannte unkontrollierte Vermehrung. Schon seltsame Ausreden nehmt ihr felllosen Primaten... Keine Ahnung wo ihr euch so rumtreibt, aber in Deutschland gibt es keine Straßenhundproblematik. Im Gegenteil: Schaut man sich diverse Statistiken an, beispielsweise vom Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), so wird schnell klar, dass hierzulande gar nicht genug Hunde zur Welt kommen. Um die Nachfrage zu decken werden vielfach Hunde aus dem Ausland „importiert“ - nicht selten unter dem Deckmantel des Tierschutzes oder schlimmer: durch illegale Tierverkäufer...

So läuft das in einer Familie: Auch wenn es mal unbequem wird, als Partner stehen wir das gemeinsam durch!
Foto: Lutz Borger

Wer also für die grundsätzliche Kastration hierzulande ist, fördert damit auch den illegalen Tierhandel. Dieses Geschäft ist für einige Verbrechensorganisationen fast genauso lukrativ wie Waffen- oder Menschenhandel. Daher verstehe ich auch nicht, warum so mancher „Tierschützer“ die Halter in Abgabeverträgen zur Kastration zwingen möchte. Zumal solche Klauseln eh nicht rechtswirksam sind. Aber ich will mich gar nicht so breit über das Thema hier auslassen (das haben wir ja bereits hier getan). Vielmehr interessiert mich eine andere Frage: Warum könnt ihr uns Hunde nicht einfach so nehmen wie wir sind? *ohrennachvorn* Mit all unseren Trieben und unserer Natur? Macht euch Menschen so viel Spaß der Natur ins Handwerk zu pfuschen? Glaubt ihr ernsthaft, ihr könntet es besser als Mutter Natur? *kopfschrägohrennachvorn*

Auch von einer anderer Seite her, solltet ihr mal darüber nachdenken: "Der Hund ist unser Bindeglied zur Natur. Das sollten wir nutzen und genießen", sagt Günther Bloch im Interview zu uns. Nun überlegt mal ihr felllosen Primaten, wie sollen wir euer Bindeglied zur Natur sein, wenn ihr unsere Natur beschneidet.

Vor allem unfair finde ich, wenn ihr aus Bequemlichkeit uns Hunde kastriert. *knurrrr* Denn für eure zeitweilige Bequemlichkeit sollen wir Hunde dann ein ganzes Leben verstümmelt verbringen. Damit ihr nicht genervt seid, wenn ein Rüde geil auf eine läufigen Hündin ist, damit das Weibchen das ganze Jahr auf die Couch oder ins Bett kann, ohne es zu verdrecken... Ist schon sehr egoistisch von euch 2-Beinern. Wir Hunde opfern so viel für euch, ihr seid der Mittelpunkt unseres Lebens und wir nehmen euch wie ihr seid zu jeder Zeit. Doch an uns müsst ihr rumdoktern und schnibbeln, damit es für euch bequem passt. Also bitte, wenn ihr bequem sein wollt, meinetwegen. Aber dann schafft euch besser keinen Hund an. Denn ich verrate euch mal was: Wir Hunde sind grundsätzlich nicht bequem! *jawohlwoaff* Wir wollen raus und mit euch Gassi gehen, wir wollen Futter, sind auch mal krank und wir brauchen eure Aufmerksamkeit und Liebe. Also bitte, sofern es nicht medizinisch notwendig ist, lasst uns doch so, wie es natürlich ist. Wir lieben euch ja auch so, wie ihr seid – trotz mancher „Zivilisationskrankheit“. Oder wie würde euch es gefallen, wenn wir euch das Gehirn amputieren – wäre für uns je nach Halter sicher auch bequemer. *frechwedel*


Interessante Links zum Thema:


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF (11/2017) "Kastration - bequem, aber für wen?"



Mittwoch, 4. Oktober 2017

Gassireport goes Switzerland - Rico als Mantrailer und tobend im Tobel :-)

Gleich in mehrerer Hinsicht war unser Trip in die Schweiz zu den Mantrailing-Experten des SHZ Suchhundezentrum ein außergewöhnliches und spannendes Erlebnis für mein Döggelchen Rico und mich. Bereits die Begrüßung im Ort Gottlieben war außerordentlich freundlich: Kaum hatte ich das Auto geparkt, rief eine nette Frau vom Balkon herunter: „Bist du der Maximilian, der vom Gassireport?“ Nachdem ich die Frage bejahte, lud sie mich sogleich zum Kaffee ein: „Die Leute vom SHZ sind noch beim Training, die kommen aber bald zurück. Komm doch hoch, ich mache uns Kaffee.“ Und so lernten wir – gerade mal ein paar Minuten angekommen (Anmerk. Rico: 🐶 und nach einem 1. kurzem Gassi am Bodensee, denn nach der Fahrt und trotz mehrerer Zwischenstopps wollte mein 2-Beiner, dass ich ein wenig Auslauf habe *wedelfreu*) - Nati, ihren Sohn Noah und die Dalmatiner-Hündin Sissi kennen.

Unser 1. Gassigang führte uns ans Ufer des Bodensees, der lag ja quasi um die Ecke.

🐶 Hey, Alter! Du bist ja schon mittendrin in unserem Schweiz-Aufenthalt. Dabei war die Fahrt schon ein Erlebnis.

Erkundungsschnüffeln
Du meinst wohl unseren Zwischenstopp im Zirkusbauwagen auf dem kreativ-alternativen Hof von Brunhilde? Ja, das war echt toll: Voll in der Pampa, ein Wäldchen direkt hinter dem Zirkuswagen, kein Handy- oder Internet-Empfang, kein TV. Und in der Nacht lauschten wir dem zärtlichen Trommeln der Regentropfen auf dem Dach...

Bei der Ruhe lässt sich wunderbar von Pansen träumen...😋

🐶 Und du bist in Gummistiefeln, Regenjacke und Taschenlampe nachts zum Klo... *frechwedel*


Das kleine Wäldchen hinter unserem Zirkuswagen wirkte wie eine kleine Fantasy-Welt.



Ja, okay, das war die einzige Unbequemlichkeit. Dafür haben wir am kommenden Morgen schön im Freien zusammen mit Brunhilde gefrühstückt, bevor es für uns weiterging.

Aber nun zurück zu unserem eigentlichen Ziel: der Schweiz und den Mantrailern. Diese Hundeführer müssen ihre Hunde „lesen“ und gleichzeitig sich von ihnen leiten lassen. Dennoch behalten sie immer die Führung. Das erfordert nicht nur gute Kenntnisse der Körpersprache von Hunden, sondern auch wie sich Geruchspartikel verhalten und verteilen. Jedes kleine Lüftchen, welches wir 2-Beiner nicht einmal spüren, kann schon Auswirkungen über die Verteilung von Geruchspartikeln haben. So beispielsweise bei einer Kalt-Warm-Schranke, wenn es von Draußen in ein Gebäude geht; oder auch nur, wenn viele Personen vorbei gehen und somit nicht nur ihre Düfte verteilen, sondern auch die bestehenden aufwirbeln. Freilich, unsere Primaten-Nase ist dafür nicht sensibel genug. Doch Hunde können selbst Spuren nach Tagen noch aufnehmen!

Mit diesem Wissen muss sich der Hundeführer in seinen Mantrailer, also seinem Hund, hineinversetzen und so seine Reaktionen interpretieren. Warum pendelt er hin und her? Warum hebt er nun plötzlich den Kopf? Was sagt der Wechsel der Körperachse aus? Diese und noch viel mehr Fragen können ausgebildete Mantrailer anhand der Reaktionen ihres Hundes erkennen.

Wir durften an allen Trainings mitmachen und hatten quasi „Privatunterricht“ was die Theorie anging. Denn jedes Mal hatte ich hunderte von Fragen, die mir Kerstin Hennings und ihre rechte Hand Sarah Dombrowski bereitwillig beantworteten. Vor allem wie sich Geruchspartikel verteilen fand ich mega-interessant. So erklärt sich auch so manche Reaktion von Hunden...

🐶 Bei seinem 1. Trailversuch hat der Olle noch vieles falsch gemacht... *frechwedel*

Und beim 1. Training vom Döggelchen sorgte er schon für so manchen Lacher. Denn jedes Mal wenn Rico eine Geruchsprobe fand schmiss er sich auf den Boden und wälzte sich vor Freude. Schon beim 2. Durchgang sang Martina, einer der Trainerinnen vom SHZ, dazu immer: „I feel good, nananananaa...“ 😄

🐶 So hatten halt alle Spaß. *wedelfreu*

Beim Training nahm man mich auch mal an die lange Leine... :-)

Unser 1. Mantrail-Training

Und du hast deine Sache für das 1. Mal gar nicht mal so schlecht gemacht... Allerdings lerntest du so auch das Ziehen...wieder zurück in Düsseldorf war das aber ein wenig lästig...aber ich nehme das gern in Kauf, da du so viel gelernt hast – nicht nur was Schnüffeln angeht. Du hast durch unseren Besuch einen richtigen Entwicklungssprung gemacht, bist nun noch selbstsicherer, ja eigenständiger als vorher...

🐶 Das scheint dich aber nicht zu stören... *ohrennachvorn*

Ganz im Gegenteil, mein Kleiner! Es erfüllt mich mit Stolz! Du bsit eben erwachsen geworden.

🐶 Das lag aber nicht nur am Training! Vergiss nicht die 3 tollen Vizsla-Girls vom SHZ: Tessi, Djury und Smilla. *schwanzwedelhüpf*

Wie könnte ich die 3 vergessen? Schliefen doch alle 3 schon am ersten Abend bei mir im Bett.😊

🐶 Ja, das hat dir alten Knacker gefallen...3 Weiber im Bett sind wohl auch für dich nicht alltäglich. *frechwedel*

Stimmt... Selbst in meinen wildesten Jugendzeiten nicht. 😂 Und das in Gottlieben, auf der Kirchstraße im ehemaligen Pfarrhaus und um die Ecke der Bodensee...😃

Flirten mit der hübschen Smilla 💘

🐶 Und ich hatte dann keinen Platz mehr bei dir im Bett.*brummm*

Na dafür durftest du ja bei der Chefin vom SHZ schlafen. Und so wie ich das sehe, hattest du eindeutig mehr Platz und so den erholsameren Schlaf...

🐶 Meinst du, weil keiner dir vorher gesagt hatte, dass die Mädels gern mal untereinander rumzicken und du das ganz einfach beenden kannst, indem du sie unter die Bettdecke lässt?

Ja, das erfuhr ich dann am Morgen beim Frühstück, nach einer zwar sehr schönen, aber leider auch oft unterbrochenen Nacht...

Aber wir haben natürlich nicht nur trainiert und gelernt. Zwischendurch machten wir auch immer wieder schöne Gassigänge in der näheren Umgebung. Schon diese Gassigänge waren ein schöne Erholung. Dabei fiel mir die Freundlichkeit und große Rücksichtnahme der Schweizer gegenüber Hunden und ihren Haltern auf. So machen viele Autofahrer einen Schwenker, wenn ein Hund auf dem Bürgersteig läuft – nur für den Fall, dass der doch auf die Straße springt. Auch die Hundehalter unter sich gingen wesentlich freundlicher und rücksichtsvoller miteinander um, als ich vielfach in Deutschland beobachtet habe. Hier ein Beispiel, welches wir persönlich erlebten: Des Nachts bei unserer letzten Runde liefen Rico und ich alleine einen Weg an einem Bach entlang. Da kam uns eine ältere Dame entgegen und fragte: „Ist Ihrer angeleint?“ (Sie konnte es im Dunkeln nicht erkennen.) Ich bejahte und erwartete – aufgrund meiner bisherigen Erfahrungen mit Hundehaltern in Deutschland – schon eine dieser sinnlosen Diskussionen. Doch statt dessen überraschte mich die Frau durch ihr Mitdenken – freundlich antwortete sie: „Gut, dann hole ich meinen besser auch heran.“ Denn ihrer lief unangeleint herum (was dort durchaus erlaubt ist; ich ließ Rico aber lieber an der Leine, weil es a) unbekanntes Terrain, b) es sehr dunkel und vor allem c) läufige Hündinnen in der Nähe waren). Ich muss gestehen, ich war echt angenehm perplex über so viel Rücksichtnahme und Freundlichkeit. Auch das Verständnis für Hunde und ganz natürliches hündisches Verhalten schien mir größer – jedenfalls störte sich niemand daran, wenn ein Hund mal bellte. Selbst die Schweizer Mücken waren ausgesprochen freundlich, ihr Biss juckte nichtmal. 😊 Und nicht zu vergessen: Bei unseren Gassigängen lernte Rico auch seinen ersten Tobel kennen.

Glücklich im Tobel 😃

🐶 Da haben wir immer lustige und interessante Sachen erlebt. All die vielen neuen Gerüche. Die vielen lustigen Namenschilder der Orte, wie beispielsweise Frauenfeld, wo gar keine Frauen gepflanzt werden. *frechwedel* Oder denk nur an den rosa Bunker im Wald... :-D Toben im Tobel ist toll!!! *jawohlwoaffschwanzwedelhüpf*

Toben im Tobel ist tolle!


Ja, das hat man dir angemerkt, Kleiner. Besonders beim Toben mit den 3 SHZ Viszla-Mädels, allen voran die charmante Smilla.

🐶 Ja, Smi ist echt Süßi. *seufz*



„Süßi“?

🐶 Alter, hast du denn gar nichts gelernt? Den hab ich in der Schweiz aufgeschnappt. *schlauschaufrechwedel*

Ich merk schon, du bist schon voll im Integrationsprozess.😊

🐶 Was'n das? Kann man das essen? *ohrennachvorn*

Nein, mein Kleiner, jedenfalls nicht für den Magen, eher Nahrung für'S Hirn.😊

🐶 Wie meinst du das? *ohrennachvorn*

Na, du hast sehr viel gelernt – und ich meine jetzt nicht nur das Mantrail-Training. Auch der tagtägliche Umgang mit den 3 Visla-Mädels und den anderen Hunden, die vielen neuen Orte und Erlebnisse, die neuen Leute. Wie bereits erwähnt: Durch all das hast du nochmal einen Entwicklungsschub gemacht. Und das macht mich sehr stolz auf dich. Daran ändern die paar kleinen Nachteile auch nichts.

🐶 Welche meinst du?

Nunja, durch das Mantrailen hast du quasi an Eigenständigkeit gewonnen. Das zeigt sich bei dir in einem stärkteren Ziehen. Leider kannst du es noch nicht so ganz unterscheiden, wie die meisten Profi-Mantrailer und zeihst nun auch etwas mehr und öfter auch wenn wir nicht mantrailen und als wir zurück in Düsseldorf waren.



🐶 Hey, das hat dir doch die SHZ-Chefin schon erklärt: „Nach einigem Training können die allermeisten Hunde schon unterscheiden zwischen Arbeitsituation und Freizeit. Aber etwas flaxig gesagt: Top erzogene Hunde, so wie sie für die Stadt durchaus nötig sind, braucht man beim Mantrailing nicht. Sie sollen eben nicht brav an der lockeren Leine bei Fuß gehen, sondern ihre Eigenständigkeit bewahren, denn ihre Aufgabe ist es ja uns zum Ziel zu „ziehen“.“

Ja, ich weiß und mir war da schon klar, dass das DIE Ausrede für dich sein wird.

🐶 Ausrede? Also bitte, du fellloser Primat, wenn dann schon Auswuffer! *klugschauwedel*

Und wieder hast du das letzte Wort...

🐶 Raff es doch endlich: Mein Blog, mein letztes Wuff. *frechwedel* Jedenfalls war das ein echt wuffastisches Erlebnis! *jawohlwoaff* Als wir hinfuhren waren es noch Bekannte, als wir wegfuhren schon neue tolle Freunde. Ich freu mich schon auf ein Wiederschüffeln! *freuwedelhüpf*





Samstag, 9. September 2017

Doppeltes Jubiläum: "Gemeinsamer Geburtstag" vom Mensch und Hund, sowie Blog-Jubiläum

Mit deinen großen (damals noch wegen schlechter Ernährung platten) Hobbit-Pfoten tappstest du vor 5 Jahren in mein Leben. Ändertest alles innerhalb eines Augeblicks, einer Berührung. Viele Tausend Gedanken gingen mir durch den Kopf, doch: Ich spürte, dass wir zusammen gehören.

🐶 Na komm, du hast schon was länger gebraucht als ich... *frechwedel*

Partner seit 5 Jahren
Foto: Lutz Borger

Ja, weil wir Menschen viel zu kopflastig sind - das galt damals für mich im besonderem Maße. Aber zum Glück waren deine Hinweise ja sehr deutlich. Besonders dein letzter...

🐶 Meinst du, als ich nach meinen Brüdern schnappte, um denen klar zu machen, dass WIR zusammen gehören? *kopfschräg*

Beim 1. gemeinsamen Gassi und nach 1 Jahr...

Ja, genau! Damit hast du es zwar ihnen signalisiert, aber ich habe es verstanden.

🐶 Zum Glück! Du warst damals wegen deines Burn-outs ziemlich durch den Wind... *schnauf*

Naja, du hattest ja auch so einiges hinter dir: Die ersten 11 Lebenswochen verbachtest du verwahrlost im Keller, wurdest gerettet, kamst ins Tierheim (zu Ricos Vorgeschichte)...ziemlich viel für einen Welpen...

🐶 Achja, das hatte ich ja schnell überwunden...nicht zuletzt dank dir... *anlehn* Erst dadurch, dass du viel mit mir unternommen hast, mir vieles gezeigt hast, verlor ich meine anfängliche Unsicherheit. Du zeigtest mir die Welt, lehrtest mich so viel... *treuschau*

Auch Rüden zeigen Gefühle...
Foto: Lutz Borger

Glaub mir Kleiner, du hast mir mindestens genaus viel beigebracht...vielleicht mehr als ich dir.

🐶 Und was? *ohrennachvorn*

Das kann man alles gar nicht vollständig aufzählen! Aber in meinem Fall war es vor allem, dass Karriere nicht das wichtigste ist...dass Multitasking nicht immer besser ist als sich zu fokussieren...dass Verantwortung für jemand anderen als einen selber nicht einengend, sondern bereichernd ist...wie wichtig selbst die einfachsten Dinge sind...

🐶 Schon gut, das reicht mir schon... Sag mal, bereust du eigentlich deine Entscheidung von damals? Schließlich hast du ja deinen ziemlich gut bezahlten und spannenden Job aufgegeben...

In keinem Moment! Nichteinmal als es schwierig wurde und die Probleme - und teils auch Angriffe gegen uns - größer. Denn egal was auch geschah, solange du bei mir bist, ist alles gut! Genau deswegen, weil sich so vieles änderte, und wie ich fand zum positiven, ist dieser Tag ja unser "gemeinsamer Geburtstag" - eben der Tag, an dem für uns beide ein neues Leben begann.

🐶 Geht mir genauso, Alter! *anlehn* Aber vergiss nicht, heute ist auch noch ein anderes Jubiläum: Unser 4-jähriges Blogjubiläum.

Stimmt, Kleiner, vor 4 Jahren starteten wir unseren Blog GASSIREPORT - mit dir als mein Chefredakteur. Damals warst du noch ein Junghund von gerade mal 1 Jahr, mittlerweile bist du erwachsen, 5 Jahre alt. Besonders nach unserem Aufentahlt in der Schweiz hast du nochmal einen Entwicklungsschub gemacht, bist jetzt nicht mehr ganz so Junghund-haft...

🐶 Wie meinst du das?

Du bist nun eigenständiger, selbsticherer, irgendwie reifer...und versuchst auch eher deinen Willen durchzusetzen...zwar sanft, aber deutlicher als zuvor...

🐶 Ich habe nicht den Eindruck, dass dich das ärgert. *frechwedel*

Ganz im Gegenteil, meine Kleiner! Ganz im Gegenteil! Zugegeben, es ist etwas "unbequemer", weil "aufwendiger" - aber es erfüllt mich mit Stolz!


Stolz aufeinander...
Foto: Lutz Borger

🐶 Stolz?

Ja, auf dich, wie du dich entwickelt hast.

🐶 Ja, ich bin aber auch stolz auf dich und auf unsere Beziehung, Partner! *treuschau*


Weitere Links:

An diesem Buch haben wir mitgeschrieben:







Donnerstag, 7. September 2017

Flirtfaktor Hund - Ein paar Enthüllungen und Tipps eines Rüden für Halterinnen zur Gattung "Herrchen" ;-)

🐶 Mädels, auch wenn es euch erschrecken mag, aber ich kann es euch nicht ersparen: Die 2-Beiner-Kerle durchschauen euch! Sie tun meist nur so dumm und dumpf, als würden sie es nicht (das kann mehrere Gründe haben, aber dazu später). Vor allem müsst ihr euch vor den Kerlen mit Hunden in Acht nehmen!

In unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin hat euch ja mein menschliches Cerebral-Interface Maximilian schon berichtet, wie viel wir unseren Herrchen über euch verraten (sofern er die Zeichen zu lesen versteht). Und wie viel erst eure eigenen Hunde über euch verraten! Denn auch wenn einige unter euch sich verstellen mögen, eure Hunde bleiben authentisch...immer! *jawohlwoaff*

🐶 Wir sind ein Rüden-Team, ich zeig meinem Ollen daher, wer zu uns passt und wer nicht. *stolzwedel*
Foto: Lutz Borger

Es gibt ja den sehr speziellen Typ 2-Beiner-Weibchen, die nicht direkt(!) kommunizieren, sich nicht gern festlegen, sich immer ein Hintertürchen offen lassen, das ein oder andere Märchen erzählen um sich künstlich interessant zu machen oder sogar versuchen die 2-Beiner-Kerle zu manipulieren oder irgendwelche kindischen Machtspielchen spielen müssen, statt mit ihnen offen zu reden. *grrrrr* Nennen wir sie der Einfachheit halber mal die Klein-Ego-Ernas. GENAU dieser skurrile Weibchen-Typus ist besonders gearscht. *frechwedel* Denn die Kerle durchschauen sowas sehr schnell, da habe ich schon so manche Unterhaltung unbemerkt belauscht (nicht nur was die Freunde meines Ollen angeht, auch von Fremden an Nachbartischen - unser Gehör ist dem von euch felllosen Primaten ja haushoch überlegen *freuwedel*). Ganz besonders gilt das für die Männer mit Hunde-Hilfe. *jawohlwoaff* Im besten Fall bekommen sie dann Mitleid mit denen (schließlich muss man sich ja fragen: warum hat die das nötig? warum kann sie nicht einfach ehrlich, direkt und offen sein?); im schlimmsten Fall nehmen sie sie nicht ernst. Warum? Also bevor irgendwelche Kampfemanzen, Männerhasser und ähnliche Personen, für die jeder Mann schon per se "schlecht" und schon ein 3-Tage-Bart ein Symbol von Gewalt ist, sich aufregen und wieder zum Shitstorm aufrufen: Liebe Menschen-Weibchen, vergesst bitte nicht, die Kerle sind ja ein wenig beschränkt, sie denken halt logisch. 😉 Für sie ist es also nur eine logische Konsequenz eures Verhaltens, wenn sie euch nicht ernst nehmen. 

🐶 Bei so seltsamen Frauen-Typen wie den Klein-Ego-Ernas gehen wir, alles andere wäre Zeitverschwendung...
Foto: Lutz Borger

Gerade dieser skurrile Frauen-Typ Klein-Ego-Erna glaubt ja oft auch, dass die Menschen-Männer dumm wären und sie nicht durchschauen. Das liegt wohl daran, dass sie sich das einreden müssen für das eigene Ego. Ich finde, das ist schon ein recht dummer, weil abwegiger Gedanke gerade bei Hundehaltern - sie wissen doch, wie sehr ihre Hunde sie "spiegeln" und somit über sie verraten und wie gut wir Hunde riechen können und euch so weit besser durchschauen, als unsere Herrchen. *kopfschrägohrennachvorn*

🐶 Mit meiner Spürnase weiß ich weit besser, wer zu uns passt, als mein menschliches Cerebral-Interface... 😉
Foto: Lutz Borger

Aber zum Teil sind die Männer auch selber Schuld an diesem dummen Image. Habe oft Unterhaltungen mitgehört, wo die Kerle ihren Freunden die ein oder andere Situation erzählen, in der sie sich dumm gestellt haben. Nun, viele Männer kennen das Zitat von Geoge Bernhard Shaw: "Es ist besser, dass die Frauen uns Männer für dumm halten, als dass sie die Wahrheit erfahren." Das gilt sicher nicht für alle Frauen, aber diese Strategie setzen die Kerle besonders bei dem oben erwähnten Frauen-Typ Klein-Ego-Erna ein. Damit sagen sie ohne Worte: Du bist es einfach nicht wert, dass ich dir die Wahrheit über meine Gedanken sage. Sowas sparen sie sich lieber auf für Frauen, die sie ernst nehmen (keine Sorge, zu denen komme ich auch noch).


🐶 Wer an meinen Ollen heran will, muss erst an mir vorbei... 😉
Foto: Lutz Borger.

Außerdem geben solche Menschen-Weibchen den Kerlen ja quasi dafür die Erlaubnis. Denn ein großer Menschen-Philosoph, Emanuel Kant, hat es mal so formuliert: "Handle immer so, wie du selber behandelt werden willst." (Anmerk. v. Maximilian: siehe auch Kategorischer Imperativ) Also wenn ihr euch so wie oben beschrieben verhaltet, dann erlaubt ihr quasi eurer Umwelt, ebenfalls mit euch zu "spielen". So einfach sind die Menschen-Kerle eben gestrickt...ähnlich wie wir Hunde. 😉 Enttäuschungen sind da vorprogrammiert (aber hey, der Typus Frau Klein-Ego-Erna gibt ja eh meist den Kerlen für alles die Schuld 😉 ).

Sicher, es gibt unter den Männern auch Mega-Dumpfbacken, die solche Klein-Ego-Ernas nicht durchschauen. *frechwedel* Aber mal Hand aufs Herz liebe Halterinnen, wollt ihr mit so jemanden eine einen Flirt, geschweige denn eine Beziehung? *amohrkratz* Und wenn ja, wie sieht das dann aus? Partnerschaftlich und fair sicherlich nicht...


🐶 Mit charakterstarken Frauen gehen wir gerne Gassi!
Foto: Lutz Borger
All die charakterstarken Frauen, die direkt und offen sind, schreckt das jedoch nicht. Im Gegenteil! Sie haben die Vorteile erkannt und erleben daher auch seltener Enttäuschungen mit den Kerlen (die übrigens über diesen Frauen-Typus ganz anders reden, mit wesentlich mehr Respekt, die nehmen sie auch ernst). Durch ihre Offenheit öffnen sie sich die Tore zu einer glücklichen Partnerschafft - ähnlich wie bei uns Hunden. Denn erst wenn ihr 2-Beiner Denken, Handeln und Sprechen unter einen Hut bringt, quasi eine Einheit bildet und keines dem anderen widerspricht, dann funktionieren auch vertrauensvolle Partnerschaften - egal ob nun mit Menschen-Kerlen oder mit Hunden. *frechwedel*


Weitere Links zum Thema:


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne im Hundemagazin WUFF (10/2017) "Flirtfaktor Hund? - Eher eine Auswahlhilfe ;-)"


Freitag, 25. August 2017

Leser Fragen Experten (Teil 2)

Anfang des Jahres starteten wir ja auf unserer Facebook-Seite mit unserem Projekt "Leser fragen Experten". Darin können die Leser unseres Blogs und Social-Media-Kanäle jeden Monat ausgesuchte Experten der verschiedenen Fachgebiete aus der Hundeszene löchern und erfahren, was sie schon immer mal von ihnen wissen wollten. Doch nicht nur Fragen können die Leser stellen. Nein, ihr entscheidet sogar quasi mit! Die 5 Fragen mit den meisten Likes werden beantwortet! Alle 3 Monate werden wir dann hier im Blog die Posts zusammenfassen.

Fragen sind der Schlüssel zu Wissen - ob mit Worten oder Nase ;-)
Foto: Lutz Borger

Im Juni beantwortete die Tierschützerin Danuta Zaczyk, Gründerin der Tierrechteorganistation Die Eulen e.V., unseren Lesern die Fragen zum Thema "Tierschutz".



Im Juli folgte dann Kerstin Hennings, Leiterin des SHZ Suchhundezentrums, zum Thema "Mantrailing". 



Im August dann stellte sich die Tierphysiotherapeutin Claudia Van De Wauw von Bewegungs-Art den Fragen der Leser zu dem Thema "Tierphysio".
 


Wir danken allen Teilnehmern für ihre Antworten und vor allem den Lesern für ihre interessanten Fragen!

🐶 Yo, das war mal wieder hundsmäßig interessant! *ohrennachvorn* Und ich freu mich jedesmal pansig die 3 zu treffen und ganz nach Hundeart analog zu beschnüffeln. *freuwedel* Hier geht es übrigens zu Teil 1!




Mittwoch, 16. August 2017

*Mal seinen Hund ganz anders sehen und vor allem "fühlen"!

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Glaubt ihr, euren Hund so richtig gut zu kennen? Ja, vielleicht sogar in- und auswendig? Na, das hab ich auch gedacht. Daher war ich auch etwas skeptisch, als wir die Einladung zum Workshop „Meinen Hund neu kennen lernen“ von Wilfried Theißen von derhundehaltercoach erhielten. Während die 1. Übung, wo es um Stimmunsgübertragung ging, mich nicht wirklich verwunderte – ist die Macht der Stimmunsgübertragung doch seit dem Start unseres Blogs immer wieder Thema. Doch schon nach der 2. Übung, merkte ich, wie grob doch meine Einschätzung meines Hundes ist und wie wenig differenziert meine Wahrnehmung – vor allem im Vergleich zu Rico (der mich wesentlich besser einschätzt und auch sehr differenziert wahrnimmt).

Heute lernst du mich mal aus einer anderen Perspektive kennen - und dich auch, du fellloser Primat *frechwedel*

Während ich da so im Stuhl saß, wurden meinem Doggen-Wookiee Rico verschiedene Gegenstände präsentiert. Doch ich konnte sie nicht sehen, denn sie waren hinter einer Wand versteckt. Noch recht treffsicher konnte ich (aber auch die meisten Teilnehmer) feststellen, ob es sich hierbei um ein Spielzeug oder Futter handelte. Allerdings bei der genaueren Definition lag ich nicht selten falsch: Ist es ein Gummiknochen oder ein Fell-Dummy? Nun, diese Feinheiten musste ich erraten...

🐶 Du bist halt nur ein fellloser Primat und daher von Natur aus etwas oberflächlich... *frechwedel*

Ja, danke Rico. 😉 Schön, dass du mich daran erinnerst...

🐶 Gern! *doppefrechwedel* Aber mach dir nichts daraus, hab dich dennoch wuffig gern! *anlehn* Denn trotz deiner Primaten-Unzulänglichkeiten versuchst du es, mich zu verstehen. *freuwedel*

Klar, wir sind eine Familie, ein Rudel. Da gehört es für mich dazu dass man Verständnis füreinander hat. Und für Verständnis bedarf es eben auch des Verstehens. Aber zurück zum Workshop. Bei einer anderen Übung sollten wir die Reaktionen unserer Hunde voraussagen. Dafür legte Wilfried verschiedene Spielsachen und Leckerchen aus. Bevor es mit unseren Hunden mal an der Leine, mal am Bauchgurt (wodurch jede Einflusnahme - ob bewusst oder unbewusst - über die Leine minimiert wurde) durch diesen Parcour ging (so sollten wir 2-Beiner merken, wie wenig es doch bedarf, dass unsere Hunde uns folgen), sollten wir sagen, worauf unsere Hunde unserer Meinung nach am ehesten Reagieren. Das war angesichts der „Nahrungsmittelhektik“ meines Döggelchens nicht allzu schwer zu erraten. ABER: Was ich nicht vorhergesehen habe, war, dass er sich auf jedes Spielzeug stürzte, was auf dem Rasen lag. Warum? Weil er so meine Aufmerksamkeit bekam.

🐶 Yo, damit krieg ich dich (fast) immer. *frechwedel*

Ja, den Clown hast du sehr gut drauf. 😊 Und da ich mich darüber amüsierte, hast du es auch jedesmal wiederholt. Sehr zum Amusement aller Beteiligten.😄

🐶 So sorgen wir Hunde eben für gute Laune“ *schwanzwedelfreu*

In der Tat, das tut ihr – auf mehreren Ebenen! So auch bei der nächsten Übung, die schon etwas schwieriger war. Während wir Menschen da saßen, mit verbundenen Augen und Ohrenstöpsel mit Musik, saßt ihr Hunde mit dem Rücken zu uns. Die 2-Beiner mussten ihre Hände an Brust und Seite des Hundes halten. Unseren Fellfreunden wurden dann verschiedene Gegenstände gezeit. Und wir Menschen mussten nicht nur sagen, was es war, sondern auch aus welcher Richtung und die Entfernung. Das alles nur durch das Fühlen eures Körpers und eurer Reaktionen. Ersteunlich, wie treffsicher alle Beteiligten waren. Vor allem was die Richtung anging. Bei der Entfernung aber, verschätzten sich viele.


Doch ganz besonderen Eindruck machte die letzte Übung auf alle Teilnehmer. Hierfür spannte Wilfried eine Leine, an der alle Teilnehmer entlang gehen konnten (indem sie mit einer Hand daran fühlten). Jedoch bekam jeder Teilnehmer dann die Augen verbunden und wieder Ohrstöpsel mit Musik auf. Nun positionierte sich Wilfried mit dem jeweiligen Hund irgendwo entlang diese langen Leine. Und alle Teilnehmer mussten nun nahezu blind und taub für die Umwelt dennoch „fühlen“ an welcher Stelle sich nun ihr Hund befand. Nahezu zentimetergenau fand auch jeder seinen Hund – wenngleich mit unterschiedlichen Reaktionen und Gefühlen. Aber alle hatten eines gemeinsam (zumindest die 2-Beiner): Eine große Gänsehaut.

Wilfried Theißen von derhundehaltercoach

Ich selber hatte das Gefühl, irgendwann wie „gegen eine Wand“ gelaufen zu sein, dachte ich wäre am Ende der Leine (dabei war das Ende noch Meter entfernt); daher ging ich wieder ein paar Schritte zurück, dort wo das Gefühl angefangen hatte. Als ich die Brille abnahm, stand ich nur wenig von Rico entfernt und Wilfried sagte mir, dass ich genau vor ihm angehalten hätte, bevpr ich ein paar kleine Schritte wieder zurück ging.... „Das hat nichts mit Esoterik zu tun“, erklärte Wilfried. „Die Verbindung zwischen Mensch und Hund geht so tief, dass ich bei allen Workshops bei dieser Übung eine Trefferquote von über 90 Prozent erlebe“, berichtet er.

Habe ich nun meinen Hund neu kennen gelernt? Die Frage muss ich mit Nein beantworten. Denn das Döggelchen Rico hat so reagiert, wie ich es von ihm gewohnt war - eben (hundsmäßig) authentisch. ABER: Ich habe viel über mich und meine Wahrnehmung gelernt! Wie grob sie doch ist, wie ungenau. Insofern hat mich der Workshop nicht nur senibilisiert, sondern auch mein Vertrauen auf mein Gefühl, meine Instinkte gestärkt. Es war auf jeden Fall ein mehr als eine erhellende Erfahrung.

🐶 Siehste, das haben Wilfried und ich dir doch gleich gesagt, dass das was für dich ist. *jawohlwoaff*

Stimmt. Aber was Instinkte angeht, bist du ja auch eher mein Lehrer. 😊

🐶 Nicht nur was das angeht... *frechwedel*



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Donnerstag, 10. August 2017

Die Leine als "direkter Draht"

🐶 Das riecht aber spannend! *sniff* Das muss ich genauer analysieren! Doch der Olle geht weiter, die Leine gleitet durch seine Hand... Da hat er es dann auch gemerkt. Er bleibt stehen und schaut mich an. Seine Körperhaltung verrät ihn, sein Lächeln sagt schon alles. Und so weiß ich auch schon vor seinem "Okay", dass ich den verlockenden Duft nachgehen kann.

Denn auch wenn ich an der Leine bin, so schränkt das nicht meine Freiheit ein. Immer wieder signalisiere ich meinem menschlichen Cerebral-Interface am anderen Ende, was und wohin ich möchte. Und meist lässt er es auch zu (außer wir haben es besonders eilig).

Die Leine schränkt uns nicht ein, sie verbindet uns!

Denn er sieht es anhand meiner Körpersprache und er spürt es durch die Leine. Da ist mein menschliches End-Leinen-Accessoire ziemlich sensibel. Er hat sich ja auch schon selber des öfteren an der Leine führen lassen, wie er euch ja in unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin berichtet. Dadurch hat er eine gewisse "Leinen-Sensibilität" entwickelt. Gut für mich, denn so ist er nicht ganz so begriffsstutzig wie viele andere felllose Primaten... *frechwedel* Allzuoft beobachte ich nämlich, wie ihr 2-Beiner sie nur zum Senden benutzt, aber recht unempfindlich für das Empfangen von Signalen seid... *frechwedel*

Und so ist die Leine für uns mehr ein "direkter Draht" zur Kommunikation. Und zwar in BEIDE Richtungen! Eben nicht digital, sondern ganz analog: haptisch geben wir uns darüber Signale. Und da er mir auch an der Leine viel Freiheiten lässt, habe ich keine negative Verknüßfung mit ihr. Im Gegenteil: Sie ist für mich das Signal, dass wir uns aufmachen zu neuen, gemeinsamen Gassi-Abenteuern. Nicht selten entdecken wir dabei etwas, dass uns zu neuen Beiträgen und Artikeln inspiriert. Daher bin ich ja auch sein Chefredakteur, denn ich gebe ihm so die Themen vor. *frechwedel*


Auch mit Leine alle (Schnüffel-)Freiheiten

Wenn ich so viele Freiheiten beim Gassi habe, dann fragt ihr euch sicherlich, wer nun mit wem Gassi geht... Nun, ich würde sagen: Wir gehen GEMEINSAM Gassi. *jawohlwoaff* Denn er bricht sich da keinen Zacken aus der Krone, sich mal von mir führen zu lassen. Damit gibt er ja nicht seine Führungsposition auf. Er vergleicht das mit Jagdhunden oder auch Mantrailer, die ja ihre 2-Beiner auch führen ohne gleich die Weltherrschaft anzustreben. Außerdem gehört es zu einer guten Führungsperson, dass sie auch Freiheiten lässt... *jawohlwoaff*



Versucht es auch mal! Lasst euch mal von euren Fellfreunden führen. Ihr werdet sicher überrascht sein, wie viel ihr gemeinsam entdecken werdet.


PS: Dies ist der ergänzende Beitrag zu unserer Kolumne in WUFF - Das Hundemagazin (09/2017) "Die Leine als Kommunikationsmittel - Nicht nur Sender, auch Empfänger!"